Kurzplädoyer für Naturgärten

Idee, Motiv und Ziel ist es, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, für unsere heimischen Wildpflanzen und damit auch für unsere heimische Tierwelt, Lebensräume zu schaffen, in denen sie heute durch unser Zutun oft sogar weniger gefährdet sind, als in der freien Landschaft. Ich sage betont „freie Landschaft“ und nicht Natur, denn eine völlig unverfälschte Natur gibt es kaum noch. Zu oft schon hat der Mensch eingegriffen. Lange Zeit aber bedrohten unsere menschlichen Eingriffe die „Natur“ gar nicht, sondern – ganz im Gegenteil – schufen unsere Urgroßväter mit ihrer alten, traditionellen Art der Landbewirtschaftung immer wieder neue Räume für eine besonders vielfältige Fauna und Flora.
Dies hat sich leider entscheidend geändert! Inzwischen ist Deutschland im gesamteuropäischen Vergleich Vorreiter in der Zerstörung von Sonderstandorten wie es beispielsweise Feuchtbiotope und Mager- und Trockenstandorte sind. Zusätzlich bedrohen eingeschleppte Pflanzen, sogenannte invasive Neophyten, wie die Kanadische Goldrute, das Drüsige Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich, unsere oft viel zartere, einheimische Flora zu verdrängen.

Unsere Artenvielfalt ist gefährdet! Wenn wir nicht einfach nur tatenlos zuschauen wollen, müssen wir etwas unternehmen. Denn es ist nicht nur traurig, wenn es keine artenreichen Wildblumenwiesen mehr gibt – es ist leider auch gefährlich! Naturgärten und natürlich jede andere naturnah angelegte Grünfläche auch, können nicht nur Inseln oder gar Oasen für die einheimische Flora und Fauna sein – sie können auch bestehende natürliche Vorkommen miteinander verbinden. Vorausgesetzt natürlich, es gibt genug solcher Flächen! Sie sollen das blütenarme Einheitsgrün aus Thujahecke, Kirschlorbeer, Hochleistungsrasen und überdüngten landwirtschaftlichen Flächen verdrängen und ersetzen.

Das Bundesamt für Naturschutz schreibt zur Wichtigkeit von Biotop Verbundsystemen folgendes:

BFN – Biotopverbund

Broschüre zum Thema Biotopverbundsysteme herausgegeben durch den aid-Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V. (gefördert durch Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz):

Biotopverbundsysteme pdf

Vorbildlich finde ich auch die Initiative der Stadt Würzburg – dort hat man ein sogenanntes Grünverbundsystem entwickelt:

Von Biotopinseln zur Biotopvernetzung

Wir alle zusammen können durch eine möglichst naturnahe Gestaltung unserer Gärten und Grünflächen einen eigenen Beitrag zum Artenschutz leisten!

Naturgärten sind also im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig.

Ein Naturgarten ist aber auch vergleichsweise preis-wert, denn Wildsträucher sind meist günstiger und langlebiger als fremdländische Ziersträucher oder gezüchtete Sorten (Beispiel Wildrose – Edelrose).

Und: Naturgärten sind vergleichsweise pflegearm, denn unsere heimische Flora ist an hiesige Bedingungen (Klima, Böden) sehr gut angepasst und von daher robuster als empfindliche Pflanzen aus Billig- und Massenproduktionen oder viele über Jahrzehnte hinweg hochgezüchtete Sorten. Natürlich bedarf aber auch ein Naturgarten eines wachsamen Kennerblicks, der ab und an (in der Regel zwei Mal jährlich) gezielt unerwünschten Aufwuchs aufspürt, der dann durch Jäten entfernt werden sollte. Naturgärten sind immer noch Gärten und kein undurchdringlicher Wildwuchs.

Jeder von uns kann einen Beitrag leisten, damit unsere natürliche Artenvielfalt eine Chance hat!
Schaffen wir ein Netzwerk für Tiere!
Das ist meine Motivation!

Machen auch Sie mit: Natur im Garten durch Vielfalt der Arten!